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Gap Year – wozu es gut ist und was du machen kannst

Foto von Sina Reubelt
Sina Reubelt
Expertin Studienfinanzierung
Veröffentlicht
Montag, 13. Mai 2019

Möchte man nach dem Abitur noch nicht direkt anfangen zu studieren, ist ein Gap Year eine mögliche Alternative. “Gap” steht für Lücke bzw. Pause, somit ist ein Gap Year ein “Pause-Jahr”. Warum ein Gap Year gut sein kann und was man innerhalb dieses Jahres eigentlich machen kann, darum soll es heute gehen.

Warum sollte ich ein Gap Year machen?

Es gibt viele Gründe, nicht direkt mit dem Studium anzufangen. Das Thema Gap Year ist für viele aber auch etwas Negatives. Die Aussagen “das macht sich nicht gut im Lebenslauf” oder “dann liegst du nur faul zuhause rum” sind dabei eng verknüpft. Ich persönlich sehe das etwas anders. Wir sitzen 12 oder auch teilweise 13 Jahre in der Schule und befolgen Regeln und Lehrpläne. Individualität ist in der Schule nicht gerade einfach auszuleben und auf einmal steht man mit 18/19 Jahren mit seinem Abi in der Tasche da und soll plötzlich wissen, was man bis zum Ende seines Lebens tun will.

Es gibt natürlich auch hier Ausnahmen und manche wissen seit 10 Jahren, dass sie unbedingt Tierarzt werden wollen. Aber dem Großteil wird es ähnlich gehen wie mir: Ich weiß ungefähr wo ich eventuell hin will, saß hier jetzt aber erstmal fast mein ganzes Leben auf der Schulbank und bin einfach durch mit dem ganzen hier. Gerade nach einer stressigen Abiturphase hat man nicht unbedingt große Lust sich in die Uni zu setzen und genau da weiterzumachen, wo man gerade aufgehört hat – beim lernen. Ein Jahr Pause ist einerseits gut um einmal durchzuschnaufen aber andererseits auch um Erfahrungen zu sammeln. Dadurch kann man sich orientieren, die Welt entdecken, sich selbst besser kennenlernen und seine Möglichkeiten analysieren.

Oft gibt es so viel mehr auf der Welt als wir denken. Natürlich ist es nicht sinnvoll, ein Jahr lang zuhause zu bleiben – auch wenn das manchmal einfach sein muss. Mein Tipp ist hier einfach, die Zeit best möglich zu nutzen! Oft kam es bei Bekannten von mir schon vor, dass sie direkt studiert haben, mit 21 ihren Bachelor hatten und es dann hieß “Du bist so jung und hast keinerlei Erfahrung” – ja super, woher denn auch? Es gibt viele Möglichkeiten wie man sein Gap Year optimal nutzen kann. Welche genau, das erfahrt ihr jetzt.

Work & Travel

Eine sehr häufig genutzte Option ist “Work & Travel”. Hier reist man nicht in ein Land um nur herumzureisen, sondern man hat eine Art Schichtprinzip. Man arbeitet für einige Wochen und Monate, spart sich Geld an und dann reist man einige Wochen. Oder auch solange, bis man wieder Geld braucht. Dann wird meist in einer neuen Stadt ein neuer Job gesucht. Die beliebtesten Reiseziele für Work & Travel sind Australien und Neuseeland. Hier muss zwar einiges organisiert werden wie Visum, Arbeitsgenehmigung etc., aber es ist es auf jeden Fall wert.

Früher war Australien dafür bekannt, dass man auf Farmen arbeitet, Schafe hütet, Baumwolle pflückt oder auch Beeren verarbeitet. Die Unterkunft und Essen hat man dafür umsonst bekommen. Heute ist dies zwar auch noch möglich, aber es gibt auch wesentlich modernere Jobs. So zum Beispiel Promoter sein, Erfahrung im Café zu sammeln oder Flyer zu verteilen. Egal ob du Naturliebhaber oder City Guru bist, für jeden ist etwas dabei. Australien ist wirklich ein Backpacker Paradies!

Backpacking

Die entspanntere Variante zu Work & Travel ist das Backpacking. Dafür muss man sich allerdings auf jeden Fall vorher etwas ansparen. Besonders beliebt für Backpacking ist Süd-Ost-Asien. Ich war letztes Jahr für  3 Wochen in Thailand und anschließend für 5 Wochen in Indonesien. Thailand ist ein super Einsteigerland für Backpacking-Reisende, denn es ist touristenfreundlich und man kann trotzdem noch sehr viel entdecken und sehen. Thailand ist auch dafür bekannt, für Frauen bzw. Solo-Traveller super zu sein. Viele machen auch eine Rundreise durch zum Beispiel Vietnam, Cambodia, Laos, Malaysia, Myanmar oder auch Sri Lanka und die Philippinen.

Es ist wirklich ein wahnsinnig tolles Erlebnis mit nur einem Rucksack loszuziehen. So sieht man auch mal, das man eigentlich gar nicht so viel zum Leben braucht. Mein Tipp beim Backpacking ist: buche und plane nicht zu viel im Voraus. Komm an, sieh wie es dir gefällt und schau dann wie lange du wo bleibst. Man kann so gut wie alles spontan buchen.

Praktikum

Kommen wir nun zu einer Beschäftigungsmöglichkeit, die schonmal mehr Richtung Studium und Berufsleben geht: das Praktikum.

Praktika sind super, um herauszufinden, welche Berufsrichtung zu einem passt. So kann man erste Einblicke in das spätere Berufsleben sammeln und auch die ersten beruflichen Erfahrungen machen. Wenn du dich für ein Praktikum entscheidest, empfehle ich dir, es auf einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten auszulegen. Innerhalb von einer Woche wirst du nämlich nur einen Bruchteil des eigentlichen Berufes dahinter kennenlernen. Das wäre einfach schade. Oft sind längere Praktika auch bezahlt, und so kannst du auch etwas dazuverdienen. Das wichtigste bei einem Praktikum ist jedoch, dass du nicht nur fürs Kaffee holen und kopieren zuständig bist, sondern dich miteinbringst und etwas dazulernst. Deswegen scheue dich nicht Fragen zu stellen.

Ich habe im Rahmen der Fachoberschule zwei soziale Praktika machen müssen und war einmal in einer Grundschule und einmal in einer Förderschule. Ich habe dort viele Erfahrungen gesammelt, aber auch die Erkenntnis für mich gewonnen, dass ich später nicht im sozialen Sektor arbeiten möchte. Vielmehr im wirtschaftlichen Bereich, weswegen ich jetzt ein Praktikum im Marketing mache. Auch dafür sind Praktika gut, nicht nur um herauszufinden was du später machen willst, sondern auch um zu verstehen “okay, das hier ist so gar nicht mein Ding.”.

Arbeiten

Viele entschließen sich, nach ihrem Abitur erstmal zu arbeiten. So spart man sich zunächst Geld an, beispielsweise für das Studium oder auch für seine erste eigene Wohnung. Ob es im Supermarkt an der Kasse, im Lager eines Unternehmen oder Restaurant ist, ist jedem selbst überlassen. Es ist auf jeden Fall auch eine Option, die dir später etwas bringen kann.

Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten, wie du dein Leben gestalten möchtest. Mach dir keinen Stress und Druck, sondern genieße, dass dir alle Türen offen stehen. Ein Großteil der Abiturienten macht erstmal Pause, bevor es mit dem Studium losgeht – und das ist völlig in Ordnung. Ich bin froh, mir das Jahr genommen zu haben und all diese Erfahrungen sammeln zu können. Egal was du tust, tu das was dich glücklich macht.

Verschwende keine Zeit.Starte jetzt in deine Zukunft.

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